Tschechische und deutsche Kunst glänzte in Bratislava. Eine internationale Ausstellung brachte sechs Künstler aus Tschechien, der Slowakei und Deutschland zusammen und bot eine außergewöhnliche Verbindung von Bildern und Musik.
Bericht Petr Šimáček – Gejzir Praha
Am Dienstag, dem 8. September 2026, wurde in der Galerie GV 21 im Kulturzentrum Vajnorská 21 die internationale Gemäldeausstellung Frankfurt – Prag – Bratislava feierlich eröffnet. Die Ausstellung verbindet symbolisch drei europäische Städte und präsentiert das Schaffen von Künstlern aus drei Nachbarländern.
In der Ausstellung präsentieren sich die deutschen Künstler Sören Pürschel und Vitus Thanner aus Frankfurt, die tschechischen Künstler Lexa Dvořák und Olga Volfová aus Prag, und die slowakische Szene wird durch Viktor Němeček und Slavomir Gibej aus Bratislava vertreten.
Gerade die Vielfalt der ausgestellten Werke macht einen der Hauptreize der gesamten Ausstellung aus. Jeder der Autoren bringt seine eigene Bildsprache, seine Themen und seine Art der Arbeit mit dem Bild ein. Gemeinsam schaffen sie jedoch einen interessanten Dialog, in dem verschiedene Generationen, Erfahrungen und Sichtweisen auf die zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen.
Tschechische Kunst stieß auf große Resonanz
Besondere Aufmerksamkeit der Besucher erregte das Schaffen der tschechischen Malerin Olga Volfová (*1977). „Ich bin begeistert, wie meine Bilder von den Besuchern in Bratislava aufgenommen wurden“, sagte sie während der Vernissage.

(Foto: Petr Šimáček / Die tschechische Malerin Olga Volfová vor ihren Bildern)
Ihre Ölmalereien verbinden die bildende Kunst mit Musik und berühren Themen, die einem breiten Zuschauerkreis nahestehen – die Beziehung zwischen Mann und Frau, die Schönheit der Landschaft, das Lebensgleichgewicht und die Spiritualität. Volfová sucht in ihren Bildern vor allem nach Emotionen und innerem Erleben und versucht, dem Betrachter Raum für das eigene Innehalten und die Interpretation zu bieten.
Die feierliche Atmosphäre der Vernissage wurde zudem durch den musikalischen Auftritt ihres Ehemanns, des weltbekannten tschechischen Pianisten Jiří Pazour, verstärkt. Dieser improvisierte im Laufe des Abends nach den Wünschen der Besucher und unterstrich so die eindrucksvolle Verbindung von musikalischer und bildnerischer Inspiration.

(Olga Volfová mit ihrem Ehemann Jiří Pazour)
Sein Auftritt stieß auf außergewöhnliche Resonanz. Nach dem Ende der Improvisation ertönte lang anhaltender Applaus im Saal, und der musikalische Teil der Vernissage wurde zu einem ihrer stärksten Momente.
Lexa Dvořák: Malen als Lebensbedürfnis
Ein weiterer tschechischer Vertreter ist der Maler, Grafiker und Illustrator Lexa Dvořák (*1944). Sein Schaffen ist das Ergebnis langjähriger künstlerischer Erfahrung und eines unverwechselbaren Ansatzes zur Zeichnung und Malerei.
„Das Bedürfnis, meine Gefühle durch Zeichnung oder Malerei auszudrücken, ist für mich eine Lebensnotwendigkeit. Ich freue mich, dass zu den Weltgalerien, in denen ich bereits ausgestellt habe, nun auch die Galerie in Bratislava hinzugekommen ist“, erklärte Dvořák.

(Foto: Petr Šimáček / Der tschechische Maler Lexa Dvořák vor seinem Bild)
Seine Teilnahme an der Ausstellung in Bratislava ist somit nicht nur eine weitere Station auf der Karte der internationalen Schau. Sie stellt auch eine Gelegenheit dar, das Publikum in einem Land zu treffen, das der tschechischen Kultur historisch sehr nahesteht.

(Die Gemäldeausstellung Frankfurt – Prag – Bratislava begeisterte die slowakischen Besucher.)
Kunst als Brücke zwischen drei Ländern
Die Wanderausstellung wird vom Verein DTSW, einer deutsch-tschechisch-slowakischen Wirtschafts- und Kulturvereinigung, organisiert. Sein Ziel ist es nicht nur, das zeitgenössische künstlerische Schaffen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, sondern auch Persönlichkeiten und Institutionen aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei zu vernetzen.
Gerade diese Dimension verleiht dem Projekt eine tiefere Bedeutung. Die Ausstellung ist nicht nur eine Schau von Bildern, sondern auch eine Gelegenheit zur Begegnung, zum Erfahrungsaustausch und zum Knüpfen neuer Kontakte. Die bildende Kunst bietet dabei eine universelle Sprache, die nicht übersetzt werden muss.
Die Vernissage in Bratislava hat gezeigt, dass an solchen Begegnungen Interesse besteht. Die Besucher hatten die Möglichkeit, das Schaffen von sechs Künstlern kennenzulernen, einige von ihnen persönlich zu treffen und gleichzeitig einen Abend zu erleben, an dem sich Bild und Musik auf natürliche Weise ergänzten.
Die Ausstellung Frankfurt – Prag – Bratislava stellt auf ihrer Reise somit nicht nur einzelne Autoren und ihr Schaffen vor, sondern schlägt vor allem eine Kulturbrücke zwischen drei europäischen Städten und drei Ländern.
Und genau darin liegt ihr größter Wert – sie zeigt, dass Kunst Menschen über Grenzen hinweg verbinden und Raum für neue Beziehungen, Inspiration und Zusammenarbeit schaffen kann.


